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Diskussion «Pflege parzellenscharfer Daten - Erfahrungsaustauch»
Artikel 1-5 von 5



Christian Dettwiler
2. Februar 04 (12:18 Uhr)
Beitragsnummer: 77
Die Thematik der parzellenscharfen, überlagerten Daten wird massiv an Bedeutung zunehmen (Stichwort: Kataster 2014). Es ist mit verschiedensten, rechtsverbindlichen Abgrenzungen zu rechnen, welche zu einem grossen Teila auf den Parzellengeometrien aufbauen.

In der Vermessung ist diese Thematik nicht neu, aber für viele wohl kaum mehr präsent: Wird Parzelle A geteilt, verändert sich auch die (nicht an der Mutation beteiligte) Nachbarparzelle B, sowohl betreffend Grenzverlauf, als auch betreffend Fläche! Dies führt weder zu einer Meldepflicht, noch zum Zwang, dass der Nachbareigentümer ebenfalls auf dem Grundbuchamt seine zustimmende Unterschrift geben müsste.

Analoge Anpassungen an Zonenplänen u.a.m., die an der "Idee bei der Inkraftsetzung" nichts ändern, müssen legalisiert werden, wenn wir künftig nicht in einem administrativen Chaos versinken wollen. Als Rechtsgrundlage bietet sich dafür das neue Geoinformationsgesetz des Bundes an, dessen Vernehmlassung demnächst beginnt.

Es liegt nun an den GIS-Anwendern, solche Anregungen in den Rechtssetzungsprozess einzubringen.

Reto Conrad
2. Januar 04 (13:22 Uhr)
Beitragsnummer: 71
Diese Diskussion zeigt sehr deutlich die verschiedensten Anforderungen von Datenmodellierung, Datenmanagement und produktiver Anwendung. Aus meiner Erfahrung folgendes:
Es muss klar zwischen Datenmodellierung und Datenmanagement innerhalb eines Systemes unterschieden werden. Eine themenunabhängige Datenmodellierung sollte in keiner Weise in Frage gestellt werden => also wissen die Daten der Parzellen und der Zonen grundsätzlich nichts voneinander. Wenn die Daten der Parzellen und der Zonen in der gleichen Organisation und dem gleichen System verwaltet werden, sollte das System die Möglichkeit bieten, dass bei einer Mutation der Parzellen allfällig notwendige Mutationen an den Zonen zumindest meldet bzw. anzeigt. Ob dies wirklich sinnvoll ist bezweifle ich jedoch.

Der organisatorische Ablauf spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es ist unbestritten, dass Zonengrenzen möglichst durch Parzellengrenzen gebildet werden. Bei der Erfassung und/oder Mutation der Zonen wird dies auch berücksichtigt. Die Zonenabgrenzungen werden jeodch mit einer Volksabstimmung festgesetzt und dürfen eigentlich nur durch eine neue Abstimmung verändert werden. In der Praxis werden und dürfen kleine Anpassungen bei Parzellenmutationen (z.B. Strassenanpassungen) innerhalb einer gewissen Bandbreite ausgeführt. Wie gross diese Bandbreite jedoch ist, wird nirgends festgesetzt!!! (auch eine schriftliche Nachfrage an die entsprechenden Stellen ergibt nur eine schwammige Antwort) Also ist eine automatische Anpassung fast nicht möglich. Die unterschiedlichen Datenwerantwortlichen und Organisationen neigen sicher auch zu dieser Ansicht. Natürlich wäre eine entsprechende Meldung bei Auftreten eines Konfliktes möglich, doch ob sich der Aufwand dafür lohnt?

Aus meiner Sicht sollen die Parzellen und die Zonen unabhängig nachgeführt werden. Mit regelmässigen Abständen (jährlicht, monatlich, ..) kann und soll ein Verschnitt von Parzellen und Zonen ausgeführt werden und dabei die entstandenen SilverPolygone bestimmt und allenfalls kontrolliert eleminiert werden. Dies wäre ein obligatorischer Prozess der Datenpflege.

Bernd Nierula
10. November 03 (11:16 Uhr)
Beitragsnummer: 40
Danke für die Reaktion...

Parzellenschärfe heisst für mich, dass bei einem Flächenverschnitt der Zonendaten mit - mutierten - Parzellendaten keine Sliverpolygone entstehen....

In meinen Augen haben die meisten Zonengrenzen keine Genauigkeit im engeren - geometrischen - Sinn, aber sie haben eine Semantische Genauigkeit, sprich Parzelle A ist in Zone W3 und Nachbarparzelle B ist in Zone F. Das bedeutet doch, dass in diesem Bereich die Zonengrenze mit der Parzellengrenze übereinstimmen sollte, und zwar auch dann noch, wenn z.B. in die betroffene Parzellengrenze ein neuer Punkt, z.B. wg einer Parzellenteilund B => B1 und B2 eingerechnet wird. In der Praxis tut sie das aber nicht und ein Flächenverschnitt ergibt Sliverpolygone und Nachbearbeitung....

Also was haben wir für Optionen? Shared Primitives wie sie es einmal bei "SYSTEM 9" gab oder ein toleranteres bzw. intelligenteres Overlay Modell, das nicht nur auf irgendwelchen Toleranzen beruht, oder gibt es noch was anderes, das ich aus lauter Betriebsblindheit nicht sehe??

Neben der rein akademischen Diskussion steht für mich die Frage im Mittelpunkt, haben wir heute Werkzeuge (ESRI, IG, ?? ) die uns bei dieser Aufgabe sinnvoll unterstützen können?

Bernd Nierula

Stefan Keller
10. November 03 (00:09 Uhr)
Beitragsnummer: 39
Ich habe nie ganz verstanden, was "parzellen-schärfe" in diesem Zusammenhang heisst: "Parzellenschärfe" besonders bei Zonendaten suggeriert, dass die Daten zunächst einmal entlang Grundstückgrenzen aufgenommen wurden und damit Zentimeter-genau sind: Ist es das?

Mutationen dieser Grundstückgrenzen muss nun ja nicht zwingend auch bedeuten, dass die Zonen "mitwandern": Das wäre dann "Parzellen-orientiert".

Immerhin müsste dann ja der Zonenplan offiziell revidiert werden, was kaum gleichzeitig mit der Grundstückmutation geschieht. D.h. die Zonengrenzen sind und bleiben unabhängig. Und der Verschnitt unabhängiger Ebenen hatte immer Sliverpolygone zur Folge: Heisst das, wir brauchen ein toleranteres Overlay-Modul?

Bernd Nierula
5. November 03 (19:17 Uhr)
Beitragsnummer: 28
Ich bin auf der Suche nach Erfahrungen, Kommentaren, Hilfestellungen etc. wie die Parzellenschärfe von z.B. Zonendaten bei Mutationen der Parzellendaten gewährleistet werden kann?

Die Pflege parzellenscharfer Daten, z.B: Bauzonen, mit Werkzeugen von ESRI wirft in der Praxis einige Fragen auf. So kann es immer wieder vorkommen, dass auch bei einfachen Mutationen der Parzellendaten - z.B. Parzellenteilung - durch die Einrechnung neuer Punkte in die Parzellengrenzen die Parzellenschärfe der Zonendaten verloren geht.

Daraus entstehen bei der kombinierten Weiterverarbeitung von Parzellen und Zonendaten mit einem Flächenverschnitt - meist kleine - Sliverpolygone, die in separaten Verarbeitungsschritten bereinigt werden müssen....

Wie kann die Parzellenschärfe sichergestellt werden?

Herzlichen Dank für Ihre Beiträge

Mit freundlichen Grüssen



Bernd Nierula




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