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Diskussion «geowebforum-Kolumne vom 10. Mai 2009»
Artikel 1-3 von 3



Marc Wick
24. Mai 09 (07:18 Uhr)
Beitragsnummer: 1833
Wichtig ist auf jeden Fall, dass man sich bewusst ist, dass share-alike (z.B. das unten erwähnte CC-by-SA) keine freie Lizenz ist. Die ODbL (vgl. [wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Open_Database_License] und [wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Open_Data_License_FAQ]) enthält ebenfalls eine share-alike Einschränkung und ist deshalb keine Verbesserung. Im Gegenteil: Durch die einfachere Dursetzbarkeit ist damit zu rechnen, dass es - wie bereits bei Wikipedia - zu zahlreichen ungerechtfertigten Abmahnungen kommen wird.

Für die meisten nicht-trivialen Projekte dürfte es schwierig sein, Daten, die unter der ODbL stehen, zu verwenden ohne fürchten zu müssen zum Ziel von erpresserischen Abmahnungen zu werden. In der Schweiz ist die Situation weniger gravierend als in Deutschland, aber die meisten Projekte und Anwendungen haben wohl internationale Ziele und sind an Lizenzen interessiert, die eine internationale Rechtssicherheit gewährleisten.

Von öffentlichen Stellen freigegebene Daten sollten deshalb unter einer 'public domain'- oder 'attribution-by'-Lizenz stehen, sonst bringt es ausser Juristenfutter gar nichts.

Stefan Keller
22. Mai 09 (01:07 Uhr)
Beitragsnummer: 1832
Zitat aus der Mailing-Liste von Schweizer OpenStreetMap-Benutzern: "Ach, wie schön wär's doch, wenn man nicht mit jedem Kanton einzeln verhandeln müsste, sondern "die Schweiz" uns einen WMS-Server zur Verfügung stellen würde.. :)"

Nachdem der Kanton Solothurn einen WMS öffentlich gemacht hat, dreht sich die Diskussion nun um die Lizenzbestimmungen vom Kanton Aargau... Siehe
[lists.openstreetmap.ch/pipermail/talk-ch/2009-May/000376.html].

Stefan Keller
10. Mai 09 (21:56 Uhr)
Beitragsnummer: 1821
In dieser Kolumne möchte ich das Thema Rechte an Datenbanken aufgreifen. Dieses scheint an Aktualität zu gewinnen, sind doch einige Aktivitäten zu verzeichnen.

So meldet das Open Geospatial Consortium Anfangs März 2009, dass ein Komitee unter dem Namen "Spatial Law and Policy Committee" gegründet worden sei.

Aus Deutschland berichtet der DDGI Ende März, dass ein Gutachten zum Thema "Geoinformation und Datenschutz (GEODAT)" auf Grund der grossen Nachfrage zur Veröffentlichung freigegeben worden sei (zu den News [tinyurl.com/ddgi-gutachten-news], bzw. direkt zum Gutachten [tinyurl.com/ddgi-gutachten-pdf]). Das Gutachten zeigt auf, dass Geodaten per Definition gemäss INSPIRE-Richtline nicht personenbezogen sondern sachbezogen sind, ausgenommen ganz bestimmte, im Gutachten recht gut definierte Fälle.

Auch bei den 'freien' Geodaten, dem OpenStreetMap-Projekt, tut sich etwas (vgl. auch unten). So ist man zurzeit daran, die aktuelle "Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0" (CC-by-SA) durch eine passendere Lizenz abzulösen mit dem Namen "Open Data License": vgl. [de.wikipedia.org/wiki/OpenStreetMap#Lizenzen].

Ich glaube, dass es auch in der Schweiz bald nötig sein wird, Lizenzfragen zur freien Abgabe von Geodaten zu diskutieren, damit die öffentliche Hand einheitlichere Bedingungen schafft. Ich habe dies in der geowebforum-Kolumne vom 5. Mai 2008 ([1567]), also vor ziemlich genau einem Jahr, bereits angesprochen.

P.S. In eigener Sache: Die erste "Micro Mapping Party" der Schweiz, die letzte Woche mit zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei schönem Wetter durchgeführt wurde (vgl. [1819]), ist ein gelungener Anlass geworden. Schauen Sie sich das Resultat selber an!

Haben Sie auch von News, Blogs oder Veranstaltungen zu berichten? Tun Sie dies doch hier im geowebforum!



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